Kishu von den großen Strolchen

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Kuvasz  vom Wolfskampe

 

Ein "Rambo" sucht Unterhaltung.....?

Soll es auch geben...

Wobei Sie es besser nicht soweit kommen lassen sollten, das Ihr "Kuscheltier" sich zum "Rambo" entwickelt! Aber besonders ein Kuvasz mit seiner "schlummernden Intelligenz" ist immer für eine Überraschung gut, wenn erst ein mal die Langeweile durchbricht. Da wird schon mal die Katze durchs Haus gejagt, nur mal so zum Spaß.... Aber welche Katze versteht schon die "Spielaufforderung" eines Hundes, besonders wenn das "weiße Monster" im vollen Galopp auf den armen Stubentiger zu jagt um kurz vor dem armen Tier mit allen Vier Pfoten abzuheben, nur um dann in einer Ziellandung punktgenau vor der Katze zu landen. Das sich dann dort etwas die "Nackenhaare" sträuben, wird wohl jeder verstehen. Nur gut das unsere Sheela hier äußerst Nervenstark ist, aber was zu viel ist, ist zu viel! Zum Glück hat Sheela das Wörterbuch "Hundesprache / Katzensprache" ausgiebig studiert und weiß das Hunde nun einmal etwas anders ticken... Vorne tiefer gelegt und mit dem Schwanz gewedelt ist ja üblicherweise im Katzenalphabet etwas anderes als eine Spielaufforderung....  Aber es geht natürlich zwischen den beiden auch anders:

Trautes Heim.....  

Nur wenn die Langeweile erst mal durchbricht, könnte man es ja mal versuchen...

 

Es geht auch anders...
 

Und es wird nicht lange dauern bis die Pfote auf der Katze liegt und das weitere siehe oben... Nun wer aber keine Katze als Puffer gegen Langeweile hat, erlebt vieleicht eine andere Variante, nämlich die eher (für sich) unerfreuliche! Beim Kuvasz kommt meistens der "Ur-Trieb" nämlich der "Herdenschützer" zum Vorschein. Das mag zwar ganz schön sein wenn man ein Grundstück von unendlicher Weite ohne Nachbarn sein eigen nennt, aber im Reihenhaus?

Ja, ich höre schon die Stimmen, na dann sollte man sich eben keinen Kuvasz anschaffen...

Aber ob der Nachbar es so toll findet immer als Feind angesehen zu werden, nur mal so? Die Zeiten der unendlichen Weiten der Ländereien sind nun mal vorbei, wir leben heute in Städten, zumindest in Vorstädten. Aber auch so ist der Kuvasz ja ein Wachhund erster Klasse der es mit der Grundstücksbewachung für Außenstehende übertreibt. Dazu muss er erst keine "Langeweile" haben, so ein bisschen Wachhund ist nun mal zum Leidwesen direkter Nachbarn immer vorhanden. Auch wenn nichts weiter außer einer Menge Lärm passiert, nicht immer wird es geliebt. Somit bleibt oft nur die Möglichkeit eines blickdichten Zaunes, damit für beide Seiten wieder Frieden herrscht.

Auch die Hundesatzungen und leider die Beißvorfälle der letzten Jahre tun ihr übriges dazu das die Toleranz der Nicht-Hundebesitzer vieleicht auch zu Recht, kleiner geworden ist. Leider finden immer noch einige Hundehalter es toll ihren Hund scharf zu machen. Das hier somit eine Minderheit von Hundehaltern durch Ignoranz von ganz einfachen Gegebenheiten vielen anständigen Hundehaltern das Leben schwer macht, kommt noch dazu. Dadurch wird vieles was früher vom Nicht-Hundehalter noch toleriert wurde, heute äußerst kritisch gesehen, ob immer gerechtfertigt sei dahin gestellt.

Das Problem Langeweile ist aber nicht von der Rasse abhängig, sondern ein allgemeines! Kinder mit Langeweile machen Blödsinn, Tiere abhängig von ihrer Intelligenz auch. Und der Kuvasz ist in jedem Fall clever genug, um sich zu langweilen. Die Folge ist dann im besten Fall ein "Kläffer", wobei der direkte Nachbar bestimmt eine andere Auffassung von "im besten Fall" hat, aber es kann auch anders ausgehen. Unsere Lucy hat sich in der Jugendzeit ihre Langeweile damit vertrieben in dem sie unsere Möbel etwas "umgestaltet" hat. Das konnte man zwar durch Nachschub von Ästen aus dem Wald etwas umlenken, aber die Ursache war eben 5 Stunden Einsamkeit ohne sinnvolle Beschäftigung..... Na irgendwann wurden auch wir "Zweibeiner" lernfähig und haben für ausreichend Beschäftigung gesorgt, so das unsere Lucy ab dann ihre Ruhezeit zum Schlafen statt zur "Hobelarbeit" genutzt hat, aber bei jedem Welpen / Junghund zahlt man eben sein spezielles Lehrgeld. Aber besonders der erwachsene "Bello" benötigt genügend Kopfarbeit und Auslastung damit er nicht auf dumme Gedanken kommt. Besonders bei Kishu merken wir sehr schnell wenn sie nicht ausreichend beschäftigt ist. Das sie ein anderes "Kaliber" wie ihre Wurfgeschwister ist war uns schon klar als wir sie ausgesucht haben. Sie ist wie ihre Mutter eine Rudelführerin besonderer Art, nur muss man sie natürlich ein "bisschen" davon abhalten, alles als "ihr" Rudel zu betrachten.....

Also wenn es ein Hund sein soll, egal welcher Rasse MUSS auch die Bereitschaft für das Tier vorhanden sein, 365 Tage, 24 Stunden, (wie bei einem Kind)! Das heißt nicht das der Hund 24 Stunden am Tag "betüttert" werden muss, oder das er nicht ein paar Stunden allein gelassen werden soll, aber es sollte auch eine sinnvolle Beschäftigung des Tieres da sein und genug Zeit mit dem Tier verbracht werden. Den ganzen Tag den Hof "bewachen" kann am Ende aus lauter Langeweile zum "Super-Wachhund" führen. Und ehrlich gesagt, ein Hund ist in meinen Augen einfach zu schade nur als Alarmanlage zu dienen. Bitte nicht falsch verstehen, wir reden hier vom Hund in der Familienzucht nicht von der Zucht in der Arbeitslinie! Aber Herdenschutzhunde aus der Arbeitslinienzucht haben auch in der Familie nicht viel zu suchen, hier sind die ursprünglich gewünschten Instinkte zu sehr ausgeprägt um sie in die Familie zu integrieren. Das mag für Einzelpersonen als Halter anders aussehen, aber in eine Familie mit Kinder hat ein Hund aus einer "Arbeitslinie" generell nichts zu suchen. Unabhängig ob es sich um Herdenschutzhunde oder Jagdhunde handelt. Hier wird man beiden Seiten nicht gerecht, weder dem Hund noch der Familie, einer bleibt auf der Strecke, meist leider der Hund... Auch reden wir hier nicht von Personen die in der Lage sind ein großes Anwesen und ein größeres Rudel von Hunden zu haben. Obwohl auch hier der Sozialkontakt zwischen Mensch und Hund nicht vernachlässigt werden sollte.

Ich will auch gar nicht erst die Diskussion der oft zitierten "artgerechten Haltung" des Kuvasz wieder in Gang bringen. Deutschland ist nicht Ungarn, 80% der Hunde leben heute in der Nähe oder in der Stadt / Kleinstadt, somit sollte man das "artgerechte" doch etwas differenziert betrachten. Wenn man es nämlich ganz überspitzt sieht hat dann weder Kuvasz, noch Weimaraner, noch Border Collie etwas in der Stadt zu suchen. Man könnte dann auch die ganze Rassehundezucht der Sparte "Familienzucht" in Frage stellen, schließlich sind dann ja (fast) alle Hunde in Familienhand nicht "artgerecht" gehalten, oder? Wobei die "artgerecht" gehaltenen Tiere dann leider oft ein Thema in der ungeliebten Hundeverordnung nebst Presse sind.

Und was treibt man nun so mit einem Kuvasz???? Na wenn schon eine Rassehund, warum nicht Ausstellungen besuchen und Pokale sammeln.... Der Hund hat (meistens) seinen Spaß und der Besitzer freut sich, oder hat Grund seinen Frust zu ertränken wenn der 1. Platz mal wieder vergeben war. In jeden Fall lernt man andere Hundefreunde kennen und kann sich über "sein Monster" mal richtig ausweinen und viele kluge Ratschläge einstecken.

Und wie wäre es mit einer Bildungsstunde?

Aber bitte ein bisschen auf die Haltung achten und wenn möglich einen spannenden Film......

Nein, Spaß beiseite, Beschäftigung fängt schon beim Füttern an, warum das Futter immer in den Napf? Freunde des Trockenfutters haben jetzt den Vorteil, das dass Futter fast überall versteckt werden kann. Dann muss der Hund sein Futter erst einmal suchen bevor es im Magen landet! Nein nicht unbedingt in der ganzen Wohnung verteilen, sonst wird sie seitens Kuvasz ggf. "umgestaltet" um schneller an das Ziel zu kommen..... Wie wäre es mit einem alten Umzugskarton voller aller Tücher und darin schön gleichmäßig verteilt das Futter? Oder einen simplen "Futterautomaten" bauen,

Wie wäre es mit einem alten Umzugskarton voller alter Tücher und darin schön gleichmäßig verteilt das Futter?

Oder das Futter unter alten Joghurtbechern verstecken und suchen lassen. Bitte saubere Becher, sonst wird das eigentliche Futter uninteressant......

Oder einen simplen "Futterautomaten" bauen, ein paar alte Plastikflaschen opfern und der Spaß kann beginnen. Und sollte Ihr Hund da nichts mit anfangen können, nehmen Sie am Anfang Katzen (TROCKEN!) Futter, Sie werden staunen wie begeistert Ihr Hund anfängt zu versuchen das Futter da raus zu bekommen....

Ja, ich gebe es ja zu, Sie müssen nachher den Boden wischen, oder die Flaschen austauschen, falls Ihr Hund die Abkürzung genommen hat um an das Futter zu kommen.......

Beim Kuvasz kommt hier der große Vorteil eines immer hungrigen Hundes zum tragen, für Futter macht ein Kuvasz fast jeden Blödsinn mit. Auch gibt es wunderbare Spielzeuge für Hunde wo der Kopf richtig "raucht" um an das Leckerchen zu kommen. Ballspiele sind ja beim Kuvasz meist nur sehr kurzweilig, "Stöckchen" holen ist auch nicht sein Ding, also muss die Beschäftigung etwas anders aussehen. Mit "Zockelspielen" habe ich persönlich so meine Probleme, wenn ich einerseits die Beißhemmung trainiere andererseits aber "Zockelspiele" mag, könnte es ein Problem geben. Für den der seinen Hund und seine Mimik perfekt kennt, die Beißhemmung im Welpen und Junghundealter gut trainiert hat ist es ok, ansonsten lieber nicht.

Das wichtigste ist jedoch Kontakt zu anderen Hunden! Nichts geht über Sozialkontakt zu anderen Hunden, kein Spaziergang mit Ihnen bringt soviel "Action" wie ein Spiel unter Artgenossen.

Klar, auch bei Kishu hat sich die Auswahl der "genehmen" Spielpartner etwas verändert, aber wie schon gesagt, sie ist ein anderes "Kaliber" und Sie sollten sich nicht unbedingt einen Alpha Hund beim Züchter auswählen, wenn Sie nicht vorher bewusst sind, was für ein "Exemplar" Sie sich da in Haus holen.... Ein Alpha Hund aus einem Wurf wird immer etwas "anders" sein als die Wurfgeschwister, also immer ein bisschen "Rambo" aber dafür meist eine besonders treue Seele!

Natürlich gehören auch die täglichen ausgiebigen "interessanten" Spaziergänge zur Beschäftigungstherapie. Mindestens zwei sollten es möglichst schon sein, wenn es sich einrichten lässt auch an unterschiedlichen Orten. Besonders der Kuvasz neigt sonst schnell dazu, alles als sein Revier zu betrachten. Dann könnte es mit der Begegnung "fremder Hund" zu leichten Problemen kommen, das es ja ein Eindringling im "eigenen" Revier ist. Das Auswahlverfahren "genehmer Spielpartner" kann sich dann ggf. etwas klein gestalten. Also lieber mal das Revier wechseln, dann klappt es auch mit dem Nachbarn.. Fast in jeder Stadt gibt es, wenn auch meist zu wenig,  Hundeauslaufflächen wo man seinen Hund frei laufen lassen kann. Und ein persönlicher Wunsch: Lassen Sie Ihr Handy aus! Es gibt nicht schlimmeres als ein Hundehalter der absolut in sein Telefongespräch vertieft ist und ein Hund der irgendetwas macht, oder vieleicht frisst!
Auch sollten Sie ein paar Übungen in Ihren Spaziergang mit einbauen, also den Ausbildungsplatz mit auf den Spaziergang verlegen. Ein paar Gehorsamkeitsübungen können nie schaden, Sie haben hinterher den Glauben Ihr Kuvasz gehorcht und Ihr Hund lebt in der Gewissheit das Herrchen oder Frauchen doch wunderbar zu dressieren sind....
Fallen Spaziergänge mal öfters aus, wie es Krankheitsbedingt (leider) schon mal sein kann, wird man schnell feststellen das der Hund sich verändert. Der Hund weiß ja nicht warum jetzt plötzlich keiner mit ihm raus will, oder warum der Spielpartner jetzt keine Lust zum spielen hat. Ja richtig, auch der Mensch kann einen (Ersatz-) Spielpartner für seinen Hund abgegeben, man ist zwar kein Ersatz für einen echten Hund, aber immerhin. Jetzt zeigt sich natürlich ob mit der Sozialisierung im Jugendalter incl. Beißhemmung so richtig geklappt hat. Unsere Kishu liebt ihre ausgiebigen Raufereien mit Herrchen, das geht aber nur weil Herrchen hinterher kein Pflaster benötigt. Auch möchte man hinterher nach solchen Spielchen nicht aussehen als hätte man Ostereier in einer Dornenhecke gesucht. Und keine Angst, nur weil Sie beim Spiel mit Ihrem Hund mal verlieren, verlieren Sie nicht Ihre Rangordnung dem Hund gegenüber. Wenn das der Fall sein sollte, dann liegt das Problem garantiert woanders, wohl eher beim Zweibeiner!
Auch wenn ich ohne jegliche Beschädigungen solche Spielchen mit Kishu machen kann, unsere Enkelkindern dürfen es nicht. Nicht weil wir Kishu nicht trauen, sondern weil auch Kinder ab und zu keine "Beißhemmung" haben, was manchmal schon in Grausamkeit gegenüber dem Tier enden kann. Und wie ein Tier, das bleibt auch der liebste Hund schließlich immer, auf solch "rustikale" Behandlung reagiert, weiß kein Mensch!

Das heißt nicht das der Kontakt zum Hund unterbunden wird, aber eben (IMMER!) mit ein wenig Kontrolle!

 
Aber manchmal reicht auch ein "Gespräch" an ungewöhnlichen Orten, um einen Kuvasz zu beglücken...


Also ein bisschen Beschäftigung mit dem Hund ist gar nicht so schwierig, desto mehr Zeit Sie in Ihren Kuvasz investieren, desto mehr Ruhe und Ausgeglichenheit bekommen Sie zurück. Auch das Verlangen des Hundes sich eine Ersatzbefriedigung zu suchen ist nicht nötig, da er schon merkt ob er beachtet wird oder nicht. Hunde sind ja bekanntlich Rudeltiere, eine Vernachlässigung = Nichtbeachtung, ist wie ein Auschluss aus dem Rudel.

Zwei Hunde wegen Beschäftigungsmangel wären hier zwar eine vermeintlich schnelle Lösung, aber keine wirklich echte. Sich einen zweiten Hund anzuschaffen weil man für den ersten zu wenig Zeit hat, kann sich schnell vom Traum zum Alptraum entwickeln. 2 Hunde können zwar wunderbar miteinander spielen, aber der Rudelchef ist immer der Zweibeiner! Und ohne ausreichende Beschäftigung mit seinen Hunden verliert man schnell den Status als Rudelchef und dann hat man ein doppeltes Problem. Zwei Hunde als Ergänzung des "Familienrudels" ist nicht verkehrt, wenn einige Grundsätze beachtet werden. In jeden Fall hat Ihr Einzelhund einen "Gesprächspartner" der ihn wirklich "versteht", ob sich beide dann aber "verstehen" ist damit aber noch nicht geklärt!

Sollte somit nicht 100% klar ist das man bereit ist 365 Tage, für sein(en) Hund(e) zu opfern, sollte es man es lieber lassen, sich ein Tier anzuschaffen! Kein vernünftiger Mensch plant eine Familie mit Kindern wenn man von vorneherein nicht bereit ist 365 Tage, 24 Stunden für seine Kinder da zu sein. Es mag eine etwas krasse Meinung von mir sein, aber auch ein Tier hat Rechte und ein Rudeltier wie ein Hund hat sein Recht auf sein Rudel. Also besteht die Pflicht eines jeden Halters sich auch ausreichend um sein Tier zu kümmern.

Copyright©  Michael  Treude 08/2009 - Aktualisiert  am 16.04.2012