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Kuvasz vom Wolfskampe
Lucy
Lucy * 17. Februar 1992 - V 17. Oktober 2005
Mutter: Kuvasz - Vater: Hovawart
Unsere Lucy kam am 15. Mai 1992 zu uns. Wir mussten damals noch 1 Woche auf sie warten bevor wir sie mitnehmen durften, da sich die kleine Tochter des Hauses noch von ihrem "Puschel" verabschieden wollte. Als unser Pudelmischling Micky im Alter von 15 Jahren Ende April 1992 gestorben war, wollten wir eigentlich (wie immer nach dem Tod eines Haustieres) keinen neuen Hund. Der Vorsatz hielt aber nur eine Woche, also versuchten wir unser Glück im Tierheim. Über die Erfahrung könnte ich noch eine eigene Seite Schreiben, aber zusammen gefasst gesagt, einige Vorurteile die oft über die "Vermittlung" kursieren würden hier passen. Aber da wir weder einen Zwinger, (kein Hund käme je bei mir in so einen Käfig) besaßen noch wir eine Spitzhündin aus 4. Hand die keine Katzen mochte, obwohl wir klar gesagt hatten das wir Katzen haben, anstatt eines Junghundes wollten, ließen wir die Diskussion lieber. Dann fiel uns die private Verkaufsanzeige eines Kuvasz Besitzers für eine Kuvasz-Mischlingshündin in der Tageszeitung auf. Es war die erste Begegnung mit der Rasse Kuvasz, so fuhren wir also ganz unbedarft nach Bredenbeck in den Deister um uns diesen "Kuvasz-Mischling" anzuschauen, was auch immer für ein Hund das sein mochte.
Ein bisschen Überraschung war schon bei uns vorhanden als uns eine große weiße Hundedame begrüßte. Als zweites kam dann noch ein schwarzes Wollbündel angerannt, genannt "Puschel". Eigentlich wäre die "Puschel" schon längst abgegeben gewesen, aber den Interessenten war erst recht spät eingefallen, das Hunde ja mal Haare verlieren, tatsächlich mal "etwas" dreckiger sind und den Schmutz dann vielleicht auch noch in die gute Stube tragen........ Und alles auch noch im Größenformat der Mutter, nein danke dann lieber nicht!

Das war unser Glück, somit kamen wir zu unserer Lucy, wir haben sie dann doch lieber umgetauft denn "Puschel" als Name eines Hundes mit der Größe eines Kuvasz, taugt noch nicht mal zur Beruhigung eines Postboten.....
Wir hatten Glück, Lucy war zwar inzwischen über 12 Wochen alt, für eine der wichtigsten Prägephasen eigentlich schon ein bisschen spät, aber sie war dank ihrer früheren Besitzer Super sozialisiert. Die Hunde wohnten im Haus, hatten freien Zugang zu allen Räumen im Haus, waren somit "Familientauglich"! Auch im allgemeinen hatten die Vorbesitzer wohl ein glückliches Händchen und "Hundefreundliche" Einstellung zur Ihren Hunden. Das ganze hätte natürlich auch anders enden können, Kuvasz & Hovawart sind ja nun beides nicht gerade "Schoßhündchen" und wenn der "Knacks" im Kopf erst da ist, das Verhältnis Hund / Mensch erst erste Störungen hat, kann es böse enden.
In der "Wachstumsphase" hatte Lucy in den ersten Jahren etwas Pech. Sie machte als Welpe die Begegnung mit ein paar Hunden die in ihrer "Sozialisierungsphase" wohl geschwänzt hatten, von den Besitzern ganz zu schweigen. Somit machte Lucy Begegnungen die wir ihr lieber erspart hätten, es ist zwar "Körperlich" nichts passiert, die "Rassen" hat sie sich aber lebenslang eingeprägt. Collies, Schäferhunde, Rhodesian Ridgeback, Setter konnte sie dann ihr Leben lang nicht mehr leiden, die Begegnung mit diesen Rassen war dann immer etwas kritisch.
Mit 8 Monaten rannte sie vor einen LKW was einen Beckenbruch zur Folge hatte, der in der TiHo in Hannover zwar erstklassig "repariert" wurde, aber die paar "Schrauben, Nägel und Platten" hatten im Laufe des Lebens doch zu einigen Behinderungen geführt. Mit knapp 14 Monaten kam dann noch eine ausgiebige Gebärmutterendzündung die eine Totaloperation zur Folge hatte. Somit war sie ein Leben lang ein Kandidat für Premium Diätfutter vom Tierarzt, denn viel Bewegung war durch den Beckenbruch nur bedingt möglich und durch die Kastration war die sehr gute Futterverwertung inklusive. Und da ein Kuvasz von Haus aus ein guter Futterverwerter ist, war es immer ein Kampf mit dem Idealgewicht.
Aber eins hatte nie gelitten, sie war eine treue Seele wie wir es noch nicht erlebt haben. Sie hat uns 13 1/2 Jahre so viel Freude bereitet und unser Leben geprägt. Vielleicht auch damit den "Kuvaszvirus" entfacht. Gut sie mochte manche Hunde nicht mehr, dafür Kinder, (zahme Haus) -Ratten, Igel, Katzen, eigentlich alles was man ihr präsentierte. Und sie mochte in ihrer Jugend Holz, Holz in jeder Form, als Stock, aber auch als Stuhl- oder Tischbein, als Schrank egal, unser Haus sah manchmal aus wie eine Tischlerei! Aber etwas "Schwund" muss man bei Welpen wie auch Kindern eben in Kauf nehmen.......
Auch den Grundkurs "Kuvasz" durften wir von ihr lernen. Bei ihr hatte sich die Mutter durchgesetzt, sie war eben zu 98% ein echter Kuvasz, auch wenn die Farbe nicht ganz passte. Nur das Verhalten, die Sturheit, aber auch die Selbstsicherheit und Ruhe im (Kinder)- Chaos, das war ein echter Kuvasz. Aber auch die Wachsamkeit und der Beschützerinstinkt wurde im Alter noch stärker.

Die Spätfolgen des Unfalls zeigten sich in den älteren Tagen, es gab Probleme mit HD, mit dem Herzen, usw. die zwar mit Medikamenten wie z. B. Rimadyl, Canosan, später dann Chassoton und Zeel komp. N, gut im Griff zu halten waren, aber Medikamente haben auch immer ihre Nebenwirkungen. Im Sommer 2003 wuchs ein (gutartiger) Tumor an der Schulter bis zu einer Größe heran, wo man sich für oder gegen eine OP entscheiden musste. Sie wurde operiert, es gab aber nur einen sehr schleppenden Heilungsprozess, da sich viel Wundwasser bildete was täglich punktiert werden musste, da ein Katheder dauernd verstopfte. Der heiße Sommer tat ein übriges, aber mit Motorradnierengurten, Kühltaschen und sonstigen Tricks schafften wir es, das sie wieder Gesund wurde.
Ende September 2005 ging es Ihr langsam schlechter, da halfen dann auch keine Schmerzspritzen, Herztabletten und Therapien mehr. Sie wollte auch keine Treppen mehr steigen und blieb alleine nachts im Wohnzimmer. Die vielen Medikamente hatten ihr zwar zu einem jahrelangen relativ schmerzfreies Leben verholfen aber auch ihre inneren Organe nachhaltig geschädigt. Am 16. Oktober ging es langsam mit ihr zu Ende, sie fraß nicht mehr und wollte auch kaum noch aufstehen. Die letzte Nacht mit ihr war schlimm, ich musste mich von meinem jahrelang treuen und geliebten Hund trennen. Somit entschieden wir uns am Morgen des 17. schweren Herzens den Tierarzt zu uns nach Hause zu bestellen, damit er sie von ihren Leiden erlösen konnte.
2 Stunden bevor der Tierarzt kam schlief sie in meinen Armen für immer ein. Ihren letzten Blick werden ich niemals vergessen, lebe Wohl in einer besseren Welt!
Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
von vielen Blättern eines.
Es ist ein Blatt, man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.
Doch dieses eine Blatt allein,
war Teil von unserm Leben,
drum wird dies eine Blatt allein,
uns immer wieder fehlen.
Verfasser unbekannt
Sie ist dort begraben wo sie glücklich war, es war das letzte was ich für sie tun konnte....